ARGE SCHU informiert Führungskräfte und Ausbilder
Soest. Wie werden Einsatzkräfte künftig praxisnah und nach einheitlichen Standards für den Feuerwehrdienst ausgebildet? Mit dieser Frage beschäftigte sich eine Informationsveranstaltung der Arbeitsgemeinschaft der Feuerwehren der Kreise Soest, Unna und Coesfeld sowie der Stadt Hamm (ARGE SCHU) an der Fachhochschule Südwestfalen in Soest.
Eingeladen waren Führungskräfte sowie Ausbilderinnen und Ausbilder der beteiligten Feuerwehren. Vorgestellt wurde die neue Grundlagenausbildung der Freiwilligen Feuerwehr in Nordrhein-Westfalen, die vom Institut der Feuerwehr NRW (IdF NRW) entwickelt wurde und seit 2026 die Grundlage für die zukünftige Ausbildung bildet. Zwei Dozenten des IdF NRW stellten das Ausbildungskonzept vor, erläuterten die wesentlichen Neuerungen und standen für Fragen aus der Ausbildungspraxis zur Verfügung.
Vielseitig einsetzbare Einsatzkräfte
Mit der neuen Grundlagenausbildung wird die bisherige Ausbildung weiterentwickelt. Die Einsatzkraft soll nach Abschluss alle Truppfunktionen einer Staffel oder Gruppe wahrnehmen und die Einsatzmittel eines Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs (HLF) sicher bedienen können. Damit wird eine flexible Verwendung innerhalb der Besatzung eines Standardlöschfahrzeugs ermöglicht. Auch Grundlagen für die spätere Übernahme der Funktion als Truppführer werden bereits vermittelt.
Die neue Ausbildung verbindet Theorie und Praxis stärker miteinander. Der Schwerpunkt liegt auf dem praktischen Training und realitätsnahen Einsatzsituationen. Ob Türöffnung, Kleinbrand, Verkehrsunfall oder Wohnungsbrand: Die Einsatzkräfte lernen, Geräte und Einsatzmittel nicht nur zu kennen, sondern sie situationsgerecht, sicher und zielgerichtet einzusetzen.Feuerwehreinsätze erfordern eine funktionierende Mannschaft. Deshalb sind Teamarbeit, Kommunikation und die gemeinsame Abarbeitung von Einsatzaufträgen feste Bestandteile der Ausbildung. Die Einsatzkräfte lernen, Aufgaben abzustimmen, Verantwortung zu übernehmen und sich sicher in die Mannschaft einzufügen.
Die Grundausbildung wird derzeit von den Feuerwehren selbstständig oder in Ausbildungsgemeinschaften mit benachbarten Feuerwehren durchgeführt. Gleichzeitig arbeiten die Feuerwehren der Kreise Soest, Unna und Coesfeld sowie der Stadt Hamm bereits seit Jahrzehnten in der gemeinsamen Ausbildung zusammen. Ein Beispiel ist die Ausbildung zum Truppführer, die innerhalb der ARGE SCHU gemeinsam durchgeführt wird.
Mit der neuen Grundlagenausbildung soll diese Zusammenarbeit weiter gestärkt werden. Die Informationsveranstaltung in Soest bot Führungskräften und Ausbildenden die Möglichkeit, die neuen Ausbildungsinhalte kennenzulernen, Fragen zu klären und Erfahrungen aus der Ausbildungspraxis auszutauschen.
Ziel ist ein gemeinsames Ausbildungsverständnis und damit eine einheitliche Grundlage für die Einsatzkräfte der beteiligten Feuerwehren.
Die neue Grundlagenausbildung schafft damit eine wichtige Basis für die Ausbildung der Retterinnen und Retter von morgen.
Weitere Informationen: Das vollständige Konzept „Die Grundlagenausbildung der Freiwilligen Feuerwehr in Nordrhein-Westfalen“ ist beim Institut der Feuerwehr Nordrhein-Westfalen veröffentlicht.